Ethik und Missbrauch der Künstlichen Befruchtung

Derzeit wird viel über die In-Vitro-Fertilisation – die Befruchtung im Reagenzglas – gesprochen. In Europa sind immerhin 10-15% aller Paare unfruchtbar. Die Ursachen dafür sind vielfältig, ein Hauptgrund ist der erst späte Entschluss überhaupt Kinder zu bekommen. Während beispielsweise 1970 noch ca. 90% der Frauen und Männer bei der Geburt ihres ersten Kindes unter 30 Jahre alt waren, sind heute bereits 25% der Paare älter als 30 Jahre. Wie soll man also dem Kinderwunsch dieser Paare begegnen? Die moderne Medizin hat als Antwort auf diese Nachfrage die In-Vitro-Fertilisation entwickelt.

Das mit einer künstliche Befruchtung auch menschenverachtender Missbrauch betrieben werden kann , darüber wurde berichtet.

Um eine ethische Wertung über diese Techniken abzugeben, ist es notwendig über den Menschen an sich nachzudenken, wer er ist und was seine Bestimmung ist. Der Mensch hat eine intrinsische Würde, die Menschenwürde, weil er ein spirituelles Wesen ist, das fähig ist zu abstrahieren, das Transzendente zu denken und allgemein Gültiges zu erkennen. Er kann als einziges Wesen zwischen guten und schlechten Taten unterscheiden und sich entscheiden, er kann über seine Taten nachdenken. Heute ist dieses selbstverständliche philosophische Bild vom Menschen weitgehend verloren gegangen und es fällt schwer, diese Würde klar zu erkennen.

Jegliche Wissenschaft und Medizin muss im Dienst am Menschen stehen, zu seinem wahren Glück beitragen und nicht umgekehrt. Um von einer wirklich guten Wissenschaft sprechen zu können, muss diese das menschliche Leben respektieren, weil sie sonst gegen den Menschen arbeitet und ihn zerstört. Nicht alles was technisch machbar ist, ist auch ethisch gut. Die IVF verstößt hier grundlegend gegen diesen Respekt vor dem menschlichen Leben, wenn Embryos bewusst zerstört werden. Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen Fortpflanzung (Procreation) und Produktion, zwischen „handeln/tun“ und „machen/erzeugen“. Ein Produkt ist immer einer Qualitätskontrolle durch den Erzeuger unterworfen, was nicht dem Standard entspricht, wird verworfen. Das Produkt steht unter dem Erzeuger. Für einen Menschen ist es gegen seine Würde, „produziert“ zu werden. Im geschlechtlichen Akt hingegen handeln Frau und Mann aus Liebe zueinander, und das Kind ist ein Geschenk dieser Hingabe. Das Paar drückt sich in diesem Akt selbst aus und eröffnet sich die Möglichkeit, ein Kind zu empfangen. Das empfangene Kind ist von gleicher Würde als menschliches Wesen. Das Kind hat ein Recht darauf, in der Gemeinschaft von Mann und Frau, in der ehelichen Liebe, gezeugt und nicht als Produkt eines Technikers am Labortisch ins Leben gerufen zu werden. Die IVF ersetzt den ehelichen Akt durch die Handlung einer dritten Person, des Labortechnikers, und verletzt so die Würde des Kindes und des Paares. Der Kinderwunsch eines Paares ist legitim, aber es gibt kein „Recht auf ein Kind“. Welche Kosten werden in Kauf genommen, wenn ein Kind „um jeden Preis“ gewünscht wird? Der Verlust von 30 seiner Geschwisterchen und die unwürdige Art im Labor produziert worden zu sein. Sicher, es wird argumentiert dass es letztlich egal sei, wie das Kind ins Leben gerufen wurde, Hauptsache es wird geliebt. Das stimmt nicht ganz, weil es nicht gleich ist, wie es entstanden ist. Wenn es z.B. durch eine Vergewaltigung entstanden ist, so ist dies eine unwürdige Art – sicher, das Kind wird froh sein, zu leben, aber die Art an sich war schlecht und nicht der eines Menschen würdig. So ist nicht alles, was technisch machbar ist, auch ethisch gut.

 

Fazit

Die Ersetzung der Zeugung durch Basteln im Labor ist ein radikaler Bruch mit allen humanen Traditionen der Menschheit. Aber der Abscheu vor diesen Praktiken und der dahinterstehenden Ideologie – Schicksallosigkeit als Lebensqualität – darf nichts zu tun haben mit den Menschen, die daraus hervorgehen. Sie besitzen Würde wie jeder andere Mensch. Die Tatsache, dass ihre Würde mit ihrer Zeugung verletzt wurde, rechtfertigt nicht, sie auch weiter zu verletzen. Mensch ist, wer von Menschen abstammt, und zwar unabhängig von den konkreten Entstehungsbedingungen. Ins Leben treten heisst Emanzipation von den Entstehungsbedingungen.

Quellen

kath-info.de monika haas

theologievomfass.files.wordpress.com

 

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